disko B home
BACK: javascript:history.go(-1) do the bambi
 
stereo total - do the bambi


ARTISTS
NEWS
RELEASES

portrait (english)

portrait (german)

das erste mal dub trip remixes

do the bambi
(english)

 

stereototal.de


 

"This will be our reply to violence: to make music more intensely,more beautifully, more devotedly than ever before."

Von Yves Rosset
Endlich! Drei Jahre nach dem Welterfolg von „Musique Automatique“ schenkt uns das Berliner Duo Stereo Total mit „Do the Bambi“ einen neuen Einblick in seine musikalische Seelenzustände :
wütend in „Ne m’appelle pas ta biche“ oder „Cannibale“, in herrlicher Diskolaune bei „Babystrich“, von Elektrosternen getroffen bei einem „Mars Rendezvous“ mit Jacno, durch „Partymädchen, gefoltert“ halluziniert, Anhänger der Freikörperkultur in „Ich bin Nackt“, erschreckend scharfsinnig in „La douce humanité“, außer sich vor Liebe in „Das erste Mal“ oder „Hunger“ und Kinofreunde in „Cinémania“ oder „Vive le week-end“, einem der vier Titel, die ursprünglich als Live-Begleitung für den Jean-Luc Godard-Films „Weekend“ komponiert wurden.

Insgesamt 19 Stücke innerhalb 55 atemloser Minuten, in ihrer Essenz treu zum Eklektizismus, welcher die Magie dieser Band ausmacht. Komisch, nicht rührselig, spielerisch, sich nichts über die eigene Attitüde und die durch Huldigungen an die Musikgeschichte tausendfach beglichene Schuld vormachend, verkündet Stereo Total nur eins: „Musik ist unsere Freundin“, wie Françoise Cactus, unumstrittene Königin der „Partys anticonformistes“ hier und anderswo, es im vorletzten Stück des neuen Albums singt. Dort geht es darum, unter die Erde zu gehen, um Musik zu hören und zu den Beats zu tanzen, das Gesetz der Stille (und der Stile) ignorierend. Underground, wenn du uns in deinen Bann ziehst ... (Sowieso, wozu Britney Spears werden, wenn man am Ende Menschen dazu animiert, G.W. Bush wählen zu gehen).

Zitieren wir zur Erinnerung einige kurze Auszüge aus dem „Handwörterbuch der Gattungen und weiterer semantischer Konstrukte“, das durch die fünf vorherigen Alben seit der Entstehung von Stereo Total entstand, die sich mit „Do the Bambi“ ein schönes Geschenk zu ihrem 10. Geburtsjahr machen : «40% Chanson, 20% R'n'R, 10% Punkrock, 3% DAF-Sequenzer, 4% Jacques Dutronc-Rhythmique, 7% Brigitte Bardot and Serge Gainsbourg, 1,5% Cosmonaute, 10% really old synthesizers, 10% 8-bit Amiga-sampling, 10% transistor amplifier, 1% really expensive and advanced instruments» ... «Yéyétronic, electropunky, kitsch & speed, sissilistening, bricolopop, Berliner juke-box» ... «a minimalistic production (in a positive sense), meaning a home-made-trash-garage-sound crossed with underground, authentic as well as amateurish, ironic as well as effective, pop as well as ... political.»

Und dazu kommt, dass die Kinder (und die Punker und die jungen Modistinnen und die Träumerinnen und Träumer jeder Sorte und aller Länder) diese Musik lieben. Also Vorsicht, das Bambi aus dem Titel soll nicht missverstanden werden. Die Play-guitar-&-synthesizer-for-the-children-Melodien von Brezel Göring sind zu speed und zu zerrissen, das zerbrechliche Puppenhafte an Françoise Cactus’ Stimme gehorcht zu gern einem tobenden „noisy“ Rhythmus, um einer Arlequin-Verdummung oder einer hübsch verpackten rosa Bibliothek zu dienen, die gerade ausreichen würden, die rebellische japanische Jugend zum Schmelzen zu bringen oder die Zuhörer aus den USA oder Deutschland lächeln zu lassen wegen des „french touch“. Rock’n’roll will never die! Und hören wir die Lyrics, dort ist die Traurigkeit à la Sagan, die Wut tatsächlich à la Godard, und der Kummer der Liebe flirtet stets mit seinem Glück.

Und wie erklären uns Stereo Total selbst ihr Album? „Nach dem Cover zu urteilen ist es eine Mischung aus Kitsch und Kaputtsein. Die Platte beschäftigt sich intensiv mit Filmgeschichte und Liebessehnsucht. „Do the Bambi“ bedeutet soviel wie „Zeig deine schönen Augen unter deinen langen Wimpern und rette mich aus dem Inferno meines Egos und der tristen gemeinen Welt!“

Was die Band während all diesen Aufnahmen dachte: „Die Platte wird besser, wenn man jedes Lied mitpfeifen kann“.
Pfeift ihr darauf oder pfeift ihr mit?

Die Stücke (in den Worten von Stereo Total):

1. Babystrich : Das Lied wurde anlässlich eines „Christiane F.“ Abends mit selbst inszeniertem Theaterstück in Berlin komponiert. Hier hört man zum ersten Mal Brezel, der für seine tiefe Crooner-Stimme bekannt ist, wie ein Disko-Girl singen. Am Dialog nehmen teil: Gina v. d’Orio, Sängerin der Band „Cobra Killer“, Diana Dart, berühmt für ihre Voodoo-Puppen und Rosa, der einmal vorhatte, Bürgermeister von Kreuzberg zu werden.

2. Do the Bambi : ein Meisterwerk minimalistischer Gestaltung und ein faszinierendes Beispiel für das ebenso schlichte wie eindrucksvolle Design der ersten digitalen Medien. Die Casios wissen alles. Ansonsten geht es im Text um eine traurige vergangene? Liebesgeschichte und um den Versuch einer Versöhnung.

3. Ich bin nackt : ist eine amüsante Anekdote aus dem Alltag eines Paares. Das Lied wurde von dem Feydeau-Boulevard-Stück inspiriert: „Aber spaziere doch nicht immer nackig herum!“

4. Cinemania : Dieses Lied wurde für den gleichnamigen Dokumentarfilm von Angela Christlieb und Stephen Kijak komponiert. Es ist eine Hommage an einige der großartigen Schauspieler/innen und Regisseure/innen der Filmgeschichte.

5. Vive le week-end : Wie ein paar andere Stücke auf dieser CD wurde dieses als akustische Illustration des Godard-Films „Week-end“ aufgenommen. Children of the future: Babies lieben das Lied.

6. Das erste Mal : Hier haben wir es mit einem absolut reduzierten Liebessong zu tun. Es bleibt nur noch ein leichter Sound, ein Hauch von Glück. Und es ist ein Duett, das „I got you babe“ des Jahres 2005.

7. La douce humanité : eine makabre, realistische Vision der Welt. Nirgendwo kann Françoise „die sanfte Menschheit“ sehen. Auch musikalisch geht es hart zur Sache.

8. Les lapins : ist ein Kaninchenlied über Kaninchen und für Kaninchen. Es ist ein richtiges Chanson, dessen Text auf das Wortspiel beruht: „Mon lapin/poser un lapin“ („Mein Häschen/einen Korb geben, jemanden versetzen“)

9. Hunger! : Es geht um unerträgliche Sehnsucht und Ersatzbefriedigungen, womöglich um Bulimie. Der Junge, der in der Mitte des Liedes kreischt ist Hawnay Troof aus San Francisco, erst 19 Jahre alt und schon total verrückt.

10. Ne m’appelle pas ta biche : Nenn mich nicht dein Reh! Don’t call me Sweet heart! Stereo Total als Rebellen des Minimal-Rock.

11. Orange mécanique : Feministische Version von „Clockwork Orange“, in dem Frauen nur als Opfer vorkommen. Françoise hält sich für Alex und erfindet neue Drogennamen. Und es gibt einen Thereminsolo.

12. Tas de tôle : Hier ebenfalls handelt es sich um ein Stück, das zu„Weekend“ von Godard komponiert wurde. Der Film beinhaltet die längste Kameraeinstellung der Kinogeschichte: eine endlose Straße, auf der Verkehrschaos stattfindet, Stau, Unfälle, Blut, Beschimpfungen, Blechhaufen ...

13. Europa neurotisch : Alle meckern gegen Amerika. In ihrer Bescheidenheit und „mea culpa“-Haltung zählen Stereo Total die Psychomacken der Europäer auf. Müsste ein Hit in Texas werden!

14. Partymädchen, gefoltert : Dieses Lied wurde ursprünglich für das Hörspiel „Autobigophonie“ aufgenommen, das vom Bayerischen Rundfunk produziert wurde. Spaß hatten sie sichtlich beim Foltern: Gina v. d’Orio, Deborah Schamoni, Felix Kubin, Chrise Imler, Patric Catani, Frederik Schikowski, Halloween Jack, alle haben ihre dummen Fragen gestellt. Aber auf dem Vinyl sind sie rausgeflogen und wurden ersetzt durch das viel gesündere Lied “La Gymnastique”.

15. Cannibale : Ein Feuerwerk an Reimen, alle Wörter enden mit “ale”, und der Ehemann in den Kochtopf. “Ich verehre dich, ich fresse dich auf!”, ja so kann es auch enden.

16. Helft mir : wurde ebenfalls für das „Autobigophonie“-Hörspiel komponiert. Ein Lied über Liebestrauer.
Musikalisch wurde hier ebenfalls mit Entbehrungen und Mangelerfahrungen gearbeitet: Als Stereo Total das Stück aufnahmen, wurde ihnen klar, dass man sehr wenig durch fast nichts ersetzen kann.

17. Mars Rendezvous : wurde von dem französischen Musiker und Sänger Jacno komponiert, einer Legende aus den 80er Jahren. Hier singt er zum ersten Mal auf Deutsch, im Duett mit Françoise. Da er seine erste Deutschlektion bei ihr erhielt, hat er auch so einen petit Accent.

18. Troglodyten : Hier kommt es zur wahren Botschaft des Albums: „Musik ist unsere Freundin, nie möchten wir sie vermissen.“ Und es folgt die Coverversion:

19. Chelsea girls : ursprünglich von Nico gesungen, in einer schnelleren, irreführenden Version, live und sehr minimalistisch aufgenommen, Brezel Göring spielt Moog-Synthesizer, Françoise Cactus singt. Und am Ende klingt das Theremin wie eine Opernsängerin, die gleich in Ohnmacht fällt.

------------------------------------------------------

Tracklisting :
1. Babystrich // 2. Do the Bambi // 3. Ich bin nackt // 4. Cinémania // 5. Vive le week-end // 6. Das erste Mal // 7. La douce humanité // 8. Les Lapins // 9. Hunger ! // 10. Ne m’appelle pas ta biche // 11. Orange mécanique // 12. Tas de tôle // 13. Europa neurotisch // 14. Partymädchen, gefoltert // 15. Cannibale // 16. Helft mir // 17. Mars Rendezvous (with Jacno) // 18. Troglodyten // 19.Chelsea Girls

Tracklisting (French Version) :
1. Babystrich // 2. Do the Bambi // 3. Je suis nue // 4. Cinémania // 5. Vive le week-end // 6. Das erste Mal // 7. La douce humanité // 8. Les lapins // 9. J’ai faim! // 10. Ne m’appelle pas ta biche // 11. Orange mécanique // 12. Tas de tôle // 13. Europa neurotisch // 14. La gymnastique // 15. Cannibale // 16. Helft mir // 17. Mars rendez-vous (with Jacno) // 18. Troglodyten // 19. Chelsea girls



   

 



 

 


Format : doLP / CD

Distribution :
Hausmusik / Indigo // Nocturne (French Version)

DB-Cat.Nr. :
DB130cd / DB130 // DB131 (French Version)

Indigo-Cat.Nr. :
CD 5468-1 / doLP 5468-2 CD 5685-2 (French Vers.)

Release Date : 28.02.2005

higher