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(Musik-) Geschichte in der eigenen Musik zum Vorschein zu bringen, kann mitunter eine nervige Angelegenheit fr alle Beteiligten sein.
DJ Hell`s zweitem Album "MUNICH MACHINE" gelingt ersteres fast spielerisch, gänzlich ohne den penetranten Ansatz, den Zuhörer mit zuviel Roots und Referenzen zu überfordern. Entstanden ist ein Werk, so mitreissend wie ein Reisebericht nur sein kann und so faszinierend wie das denkbar beste Geschichtsbuch. In seiner Vielschichtigkeit zwischen POP, Disco-Nostalgie und Technohouse ein Lichtblick elektronischer Musik, bezglich Lebendigkeit, Emphase und Relevanz hnlich "Life`s A Gas" von Love Inc. Der Opener "For Your Love" explodiert vor deinem Gesicht wie eine Diskobombe, alles bereit für einen Donna Summer of Love, mit funkensprühenden Claps, auf die zwei, auf die vier, der letzte ein Sechzehntel zurückversetzt.
Ein technisches Detail, für die einen eine geheimwissenschaftliche Reminiszenz, für die anderen schlicht funky. Gefolgt von "Dominatrix", die postmoderne Elektro-Version von "Dominator". Who Needs Sleep Tonight? Mit fremden, süchtigen Stimmen, ganz weit im Hintergrund. Da wo die Jahreszahlen auf der Zeitachse wie verrückt am geistigen Auge vorbeirauschen und dabei rückwrtslaufen. "Jack The House" ist nerövser Acid, Bobby Konders-artig, und erinnert am meisten auf dieser Platte an diesen bedrohlichen Metropolen-Sound von Hell`s ureigenem "Eat My House"-Track. House muss eben nicht immer kitschig sein.
"Bass-Mechanic" klingt wie ein Drum`N`Bass-Track fur Marlene Dietrich komponiert. Im Zeitlupentempo dahingleitend und im Schein der Laterne schimmert ein Kraftwerk-Sound, Sekunden bevor die gerade Bassdrum den Kampf wieder aufnimmt.....

   

 

 

 

produced:
v2 records gmbh

2x12"
cd
db74





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